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KLC 2006

plakat.jpgLaboe. Spätestens nach diesem Contest am 6. und 7. Mai 2006 kann jeder deutsche Kiter mit diesem Namen etwas anfangen. Dieser kleine, schöne Kurort am Rande der Kieler Förde hat zwar manchmal böigen Wind und etwas zu flaches Wasser und leider kaum Parkplätze in unmittelbarer Strandnähe, aber er hat auch etwas Magisches. Bei jedem Wettkampf bläst der Wind so, als würde er das ganze Jahr nur darauf warten, den kleinen Kitern den Hintern zu versohlen. So war es auch dieses Mal wieder, als die gesamte Kiteszene sich zum Kiteloopcontest und zum King of the Coast vor Ort einfand, um einerseits zu testen, was das Zeug hielt, und andererseits – sich aller Konsequenzen bewusst – die Kites um die Ohren zu loopen.

klc_foto-lars-wehrmann_02.jpgSchon am ersten Tag, als der Wecker gefühlte neun Uhr anzeigte und die Rider sich um den Einschreibungstisch im Red-Bull-Zelt drängten, lag es in der Luft, dass die Fusion aus King of the Coast (Johannes) und dem Kiteloopcontest (Timo) eine neue Qualität erreichen würde. Durch ein mächtiges Aufgebot an Herstellern, die nur darauf warteten, dass ihr Material getestet würde, und vielen motivierten Kitern, die darauf warteten, aufs Wasser zu kommen, konnte man das Stimmungsbarometer am Laboer Ehrenmal hinaufklettern sehen. Insgesamt meldeten sich 53 Fahrer an. Eigentlich sollten nur 50 Fahrer plus eine Wildcard auf dem Wasser zeigen, wie tief sie ihren Kite loopen können. Jedoch kann man der Weltmeisterin Kristin Böse ja nicht einfach den Eintritt verweigern, sie fuhr außerhalb der Wertung als Special Guest mit.

klc_foto-lars-wehrmann_06.jpgDann wäre da noch Pile Brückmann, der kam wie immer zu spät. Seinem charmanten Lächeln konnten die KLC-Mädels jedoch nicht widerstehen, so bekam auch er noch die Chance, aufs Wasser zu gehen.

klc_foto-lars-wehrmann_07.jpgDas Spektakel lockte nicht nur die nationalen Pros wie Sylvester Ruckdäschl, Mario Rodwald oder Rick Jensen an, auch der Nachwuchs Nils Wesch (11 Jahre) lies sich von seinen Eltern das Einschreibungsformular vorlesen und erklären. Um an dieser Stelle noch mehr junge Fahrer anzulocken, sei gesagt, dass es kein Startgeld zu bezahlen gab. Das Taschengeld kann also weiterhin für sinnvolle Dinge wie Kites ausgegeben werden. Wenn man sich beim Kiteloopcontest anmeldet, braucht man sich auch keine Gedanken mehr um seine Körperhygiene, um Lesestoff fürs weitere Jahr oder um ein quietschorangefarbiges Lycra zu machen. Denn Wosch sorgte für Showergel, der Terror Oceanis Verlag (produzieren u.a. auch das „Sailing Journal“) packte ein Jahresabo des weltweit besten Wassersportmagazins „Free“ und ein originelles Contestlycra mit in die Ridertüten.

foto-by-niels-schmitz.jpgDer Wind ließ am Samstag nicht lange auf sich warten. Er kam mit strammen fünf Beaufort aus Ost-Nordost. Diese Windrichtung verstärkte sich im Laufe des Tages durch leichte Thermik. Die Fahrer wurden in fünf Heats à zehn Fahrern eingeteilt, doch schnell wurde klar, dass die meisten Fahrer ihren Heat auf mehrere Stunden verlängerten. Ein Rick Jensen kommt erst gar nicht auf die Idee, vom Wasser zu gehen, wenn ihm Hunderte vom Strand aus zujubeln, und das ist auch gut so! Schließlich ging es bei dem Contest um das gute, alte Motto „Dabei sein ist alles“. Was kann es denn auch Besseres geben, als einen ganzen Tag mit Kollegen zu kiten, dabei von den Zuschauern bejubelt und von fünf Kameraleuten gefilmt und fotografiert zu werden? Die Party im „Luna Club“ rundete den Event mit ermäßigtem Eintritt und Getränken für die Fahrer ab. So wurde gefeiert, bis der Morgen mit Kater graute.

In Folge der heißen Party startete der Wettkampf am zweiten Tag etwas später. Aufgrund des böigen Windes wurde eine Impression-Session gestartet, bei der jeder aufs Wasser konnte, um sich von den ausgewählten Judges beurteilen zu lassen. Unter ihnen waren Kristin Böse (Weltmeisterin), Anne Pieper (Deutsche Meisterin), Tim und Zinne (Sauf-Meister), Niklas Huntgeburth (Toursieger 2005), die Hersteller und natürlich die schicken KLC-Mädels, die einmal im Jahr scharenweise um Timo herumtänzeln und ihm, bei allem, was auch anliegt, zu „helfen“. Der Tag konnte mit vielen strahlenden Gesichtern und einer Wertung für folgende Kategorien ausgezeichnet werden:

Best girl overall
– Sabrina Lutz (Carved, Protest) aus Hamburg

Most powerful Kiteloop
– Rick Jensen (Naish, Prolimit, Skbue) aus Lutzhorn

Highest Kiteloop – Sven Frank (Naish, Prolimit, Quiksilver) aus Westerland/Sylt

Most technical Kiteloop
– Christian Dittrich (Tablas, North) aus Lund/Schweden

Best Wipe-out – Ruben Griesbach (Twintail, Slingshot) aus Kiel

klc_foto-sanja-wiegmann.jpgEinen kleinen extra Award bekam Stefan Permien (North, ION) aus Schenefeld, der am zweiten Tag mit einer frisch genähten Platzwunde weiter rockte, obwohl er am Tag zuvor mit dem Kopf sein Brett geknutscht hatte. Die Marke RoDwY stattete ihn mit ihrer neuen Kollektion aus. Ohne die vielen Sponsoren hätte der King of the Coast und der Kiteloopcontest nicht stattfinden können: Twintail, Free-Magazin, Airush, Slingshot, Seefluth – Autohaus Kronshagen, RoDwY, WOSH und natürlich Pitzschels großartige Backwaren für einen Euro. Sie alle haben den Event zum absoluten Saisonhöhepunkt gemacht. Wir hoffen natürlich, dass diese Sponsoren auch im nächsten Jahr wieder dabei sind. An die Fahrer ist auch noch ein dickes Lob auszusprechen, denn trotz mehr als 50 Leuten gleichzeitig auf dem Wasser kam es nicht zu Rangeleien oder Unfällen. Ein klares Zeichen dafür, dass sich alle gut benommen haben und trotz radikaler Manöver die Sicherheit stets im Hinterkopf hatten. Weiter so!

Ruben Griesbach